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Alte 32-Bit-Apps für iPhone und iPad: Apple warnt nicht vor Fehlkäufen

Alte 32-Bit-Apps für iPhone und iPad: Apple warnt nicht vor Fehlkäufen


Leo Becker


(Bild: Apple)

Mit dem in wenigen Wochen erscheinenden iOS-Update lassen sich 32-Bit-Apps nicht mehr öffnen, trotzdem stehen diese weiter zum Verkauf. Erst der App Store von iOS 11 blendet die alten Apps aus.

Apples App Store weist Nutzer vor dem Software-Kauf nicht darauf hin, dass bestimmte Programme in Kürze den Dienst einstellen: Alte 32-Bit-Apps, die man mit iOS 11 nicht länger öffnen kann, lassen sich derzeit in iOS 10 ohne Warndialog kaufen und herunterladen, wie ein Test von Mac & i ergab – dies betrifft etwa bekannte Spieletitel wie Street Fighter IV oder Foto-Tools wie Slow Shutter. Der Hinweis auf die Inkompatibilität zu iOS 11 erfolgt erst nach dem Kaufvorgang beim ersten Start der App.

Vor App-Kauf auf Aktualisierungsdatum achten



Street Fighter

Street Fighter IV lässt sich zum Beispiel ungehindert im App Store kaufen – funktioniert in Kürze aber nicht mehr in iOS 11.

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Nutzer sollten derzeit beim App-Kauf deshalb auf das Datum der jüngsten Aktualisierung achten: Hat die App in den letzten zwei Jahren ein Update erhalten, ist sie in jedem Fall 64-Bit-tauglich – Apple schreibt dies seit Juni 2015 für Updates vor. Neu eingereichte Apps müssen schon seit Anfang 2015 in einer 64-Bit-Fassung ausgeliefert werden. Schätzungen zufolge könnten rund 200.000 Apps ihre Funktion mit iOS 11 verlieren, in den vergangenen Wochen haben mehrere Entwickler aber noch 64-Bit-Updates ausgeliefert oder die alten Apps aus dem App Store entfernt.

Erst nach Aktualisierung auf iOS 11 zeigt der App Store die alten Apps in den Suchergebnissen erst gar nicht mehr an. Auch beim Aufruf einer 32-Bit-App per Direktlink ist ein Kauf nicht möglich – ”der Entwickler muss diese App aktualisieren, damit sie mit iOS 11 funktioniert”, merkt Apple dort an.

Käufer können App zurückgeben

Nutzer können nach einem derartigen Fehlkauf nur darauf hoffen, dass der jeweilige Entwickler rechtzeitig für die im September erwartete Veröffentlichung von iOS 11 ein 64-Bit-Update ausliefert, damit die App weiterhin läuft. Alternativ besteht die Option, innerhalb von 14 Tagen vom Kauf zurückzutreten oder den iTunes-Support zu kontaktieren und eine Rückerstattung zu beantragen – beides ist über reportaproblem.apple.com möglich.

Um zu sehen, welche Apps bald nicht mehr starten, können Nutzer einen Blick in die iOS-Einstellungen unter “Allgemein” im Bereich “Info” werfen: Tippt man dort den Eintrag “Apps” an, erscheint eine neue, mit iOS 10.3 eingeführte “App-Kompatibilität”-Ansicht. Alle dort gezeigten Apps sind nicht iOS-11-tauglich.


(lbe)