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Accessibility Services: Google droht zahlreichen Apps mit Rausschmiss aus Play Store

Google - Android

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

Android-Apps, die das API Accessibility Services nutzen, könnten bald aus dem Play Store fliegen. Darauf weist Google Entwickler in einer Mail hin. Wer dem Rausschmiss entgehen will, muss beweisen, dass seine App behinderten Menschen hilft.

Google will Apps aus dem Play Store schmeißen, die das API Accessibility Services unvorschriftsmäßig nutzen. Die Accessibility Services ermöglichen es einer Anwendung, mit anderen Apps zu interagieren. Eine Accessibility-App läuft im Hintergrund und reagiert auf ein Ereignis in einer anderen App, indem sie etwa Bildschirminhalte überblendet oder automatisch Textfelder ausfüllt.

Laut Google dürfen das API allerdings nur Anwendungen nutzen, die nachweislich behinderten Menschen helfen – alle anderen Apps mit Accessibility Services sollen innerhalb der nächsten 30 Tage der Play-Store-Schere zum Opfer fallen. Das schreibt das Google-Play-Team in einer Mail an möglicherweise betroffene Entwickler. Bisher war die Regelung nicht streng umgesetzt worden.Google dürfte sich von dem Schritt mehr Sicherheit versprechen: Die Accessibility Apps öffnen theoretisch den Weg für Keylogger, die in Apps eingegebene Zugangsdaten mitschneiden können.

In der Praxis wird das API häufig von Apps genutzt, die Textfelder in anderen Apps direkt ausfüllen, darunter etwa LastPass. Laut der Fachwebseite Android Police zählen darüber hinaus Cerberus Anti-Diebstahl und Tasker zu den beliebten Apps, die auf Accessibility Services setzen. Ob diese Anwendungen gezielt behinderten Menschen helfen, ist zumindest streitbar. Überhaupt ist unklar, wo Google die Grenze zieht: Ist ein Feature, das Menschen ohne Handicap hilft, nicht auch häufig für behinderte Menschen vorteilhaft?

“Accessibility Services sollten nur verwendet werden, um Nutzern mit Behinderungen beim Verwenden von Android und Apps zu helfen”, heißt es in der Dokumentation schlicht zur sachgemäßen Nutzung der Accessibility Services – eine Formulierung, die solche Fragen offen lässt. Kein Wunder, dass viele Entwickler auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Ihrem Unmut machen viele auf Reddit Luft. Google hat sich bisher nicht zur Diskussion geäußert.


(dahe)