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Ableton Loop: Dolby zeigt Atmos-Mixer als VST-Plug-in für Musik-DJs

Ableton Loop: Dolby zeigt Atmos-Mixer als VST-Plug-in für Musik-DJs

(Bild: heise)

Bislang kann man Dolby Atmos nur in Pro Tools mixen. In Berlin demonstrierte Dolby erstmals eine VST- und AU-Version, die sich in nahezu jeder DAW für dreidimensionale Musik-Mixe einsetzen lässt.

Dolby Atmos kennen viele bereits aus dem (Heim-)Kino. Doch das 3D-Soundformat lässt sich auch für spektakuläre Musik-Mixe nutzen. Produzenten und DJs sind bislang jedoch gezwungen, ihren Mix in Pro Tools HD auf einem Mac anzufertigen. Die zugehörige Dolby Atmos Production Suite schlägt mit 300 US-Dollar zu Buche.

Auf der Ableton-Loop-Konferenz im Berliner Funkhaus demonstrierte Dolby nun erstmals seine Atmos-Plug-ins für normale Digital Audio Workstations (DAWs), die von Haus aus keinen Surround- oder 3D-Sound unterstützen – dazu zählen beispielsweise Ableton Live, das nur Stereo-Kanäle unterstützt, aber auch Logic Pro X und Cubase.

Zu den Plug-ins und Stand-alone-Programmen gehören ein Dolby Atmos Panner Sequencer, ein Dolby Atmos Monitor sowie eine Dolby Atmos DJ App zur Wiedergabe in der Disco. Die drei Programme befinden sich derzeit in der Beta-Phase. Eine Veröffentlichung plant Dolby in etwa sechs Monaten.

Die Atmos-Mixe bestehen aus einem normalen Stereo-Bed und bis zu elf 3D-Objekten, die sich frei im Raum verteilen lassen. Das Stereo-Bed soll normalerweise die Grundelemente des Mixes wie etwa die Drums und den Bass enthalten, während die elf Objekte aus Effekt-Sounds, Flächen und Lead-Melodien bestehen, die frei über die Köpfe der tanzenden Menge verteilt werden können.

Um die Möglichkeiten des Panner-Plug-ins zu demonstrieren, führte der DJ Metrik in Berlin einen seiner Atmos-Mixe vor. Während die Grundelemente der Drum&Bass-Nummer wie die Kick, Snare und die Basslinien ganz normal in Ableton gemischt wurden, ließ er andere Effekte und Sound-Elemente kreuz und quer über die Deckenlautsprecher wandern. Jede Spur eines solchen 3D-Objekts wurde mit dem Panner-Plug-in von Dolby in Position gebracht. Mit ihm lassen sich Sounds über die X-, Y- und Z-Achse frei im Raum positionieren. Selbst rhythmisch zum Beat synchronisierte Bewegungen sind mit dem Plug-in möglich, ebenso wie akustische Aufweitungen, mit denen man etwa einen Hall über die gesamten oberen Lautsprecher verteilt.

Das Atmos-Panner-Plug-in schickt seine Daten an den Dolby Atmos Monitor, einer parallel laufenden Stand-alone-Software, die die 3D-Objekte zusammen mit dem Stereo-Bed aus der DAW auf die im Raum platzierten Abhörmonitore verteilt. Laut Dolby soll der Atmos Monitor auch als virtuelles Audio-Interface agieren, dessen Eingänge sich von jeder DAW ansteuern lassen.

Der fertige Mix wird schließlich von der DAW in Form von mehreren Stem-Dateien heraus-gerendert. Diese Stem-Files kann der Künstler oder DJ auf einen USB-Stick kopieren und vor Ort mit einer zugehörigen DJ App abspielen. Details zu Preisen und zum Rendering — ob man die Atmos-Stücke etwa auch auf heimischen AV-Receivern abspielen kann — nannte Dolby nicht.


(hag)