/35 Tote! Schleuser werfen Flüchtlinge über Bord

35 Tote! Schleuser werfen Flüchtlinge über Bord

Fast 300 Flüchtlinge wurden von Schleppern ins Meer geworfen, weil diese Angst vor Strafbehörden haben. (Symbolbild)
Bild: picture alliance / MINDS Global Spotlight/Italian Navy

Es ist an Brutalität kaum zu übertreffen:Schlepper haben binnen 24 Stunden vor der Küste des Jemens bei zwei Vorfällen zahlreiche Migranten aus Somalia und Äthiopien ertrinken lassen, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM)mitteilte. Offenbar nahmen sie den Tod der Menschen an Bord ihrer Boote in Kauf, um ihrer Festnahme zu entgehen. Bei dem jüngsten Vorfall am Donnerstag wurden demnach bis zu 180 Menschen ins Wasser gestoßen. Mindestens sechs Menschen starben, zahlreiche weitere werden noch vermisst. Viele Migranten können nicht schwimmen.

Fast 300 Flüchtlinge wurden ins Wasser geworfen

Erst am Mittwoch hatten IOM-Mitarbeiter bei einer Routine-Patrouille im Jemen am Strand von Schabwa 29 Leichen in flachen Gräbern entdeckt. Überlebende, die die Toten rasch bestattet hatten, berichteten der IOM, dass ein Schlepper kurz zuvor mehr als 120 Migranten von einem Boot ins Wasser gedrängt habe, als er an der Küste Behördenmitarbeiter entdeckte. Er habe die Migranten ihrem Schicksal überlassen – und sich selbst auf den Rückweg nach Somalia gemacht, um auf derselben Route mehr Migranten an die jemenitische Küste zu bringen. 22 der Migranten werden noch vermisst.

Lesen Sie auch: Krasse Trump-Behauptung: SO denkt die Kanzlerin über Flüchtlinge

Gefährlicher Seeweg wird für Flüchtlinge aus dem Jemen zur Todesfalle

Als “schockierend und unmenschlich” bezeichnete Laurent de Boeck, Leiter der IOM-Mission im Jemen, das Vorgehen der Menschenhändler. “Das Leid der Migranten auf dieser Migrationsroute ist gewaltig”, sagte De Boeck. Auf diesem Seeweg zählte die IOM in diesem Jahr bereits 103 Tote, im vergangenen Jahr waren es 235. “Zu viele junge Menschen bezahlen Schmuggler in der fälschlichen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.”

16 Jahre alt seien die Migranten im Durchschnitt gewesen, die am Mittwoch von dem Schlepper im Wasser zurückgelassen wurden. Der Großteil der Migranten, der vom Horn von Afrika über das Rote Meer und den Golf von Aden kommt, ist nach IOM-Angaben minderjährig.

Zwölf Migranten würden noch vermisst, teilte Lina Koussa von IOM in der jemenitischen Hafenstadt Aden mit. 37 zunächst ebenfalls vermisste Flüchtliunge seien lebend gefunden worden. Wegen fehlender staatlicher Kontrolle schlagen sich viele Migranten durch den Jemen weiter in die wohlhabenden Golfstaaten durch, wo sie ein besseres Leben erwarten. Viele hoffen auf Arbeit, andere flüchten vor Konflikten in ihren Heimatländern.

Auch empfehlenswert: Ältere Frauen benutzen Flüchtlinge als Sex-Sklaven